Landen die Beschwerden über stickige Luft und müde Köpfe bei Ihnen? Und würden Sie darauf gern mit einer Zahl antworten statt mit einem Gefühl? Dann lesen Sie weiter.
Die CO2-Messung ist der direkteste Weg, um zu sehen, ob ein Raum im Takt mit der Zahl der Menschen gelüftet wird, die ihn nutzen. Wir alle atmen CO2 aus: Steigt die Konzentration, ist das ein sicheres Zeichen dafür, dass die Luft nicht schnell genug ausgetauscht wird. Außenluft liegt bei rund 420 ppm; ein gutes Raumklima bleibt unter 800 ppm und über 1.200 ppm ist der Luftwechsel faktisch unzureichend. Ein CO2-Sensor im Raum macht diese unsichtbare Entwicklung sichtbar — Stunde für Stunde, Tag für Tag.

Warum CO2 die ehrlichste Zahl im Raum ist
Über die Temperatur lässt sich streiten — jemand friert immer und jemandem ist immer zu warm. CO2 ist unmissverständlicher: Die Zahl steigt, wenn Menschen im Raum sind und fällt, wenn die Luft ausgetauscht wird. Deshalb dient CO2 als Indikator für den Luftwechsel: Ein hoher ppm-Wert bedeutet nicht, dass das CO2 selbst giftig ist, sondern dass auch alles andere, was zu genutzten Räumen gehört (Feuchte, Gerüche, Viren in der Luft, Müdigkeit) nicht hinausgelüftet wird.
Man merkt es, bevor man es misst. Der Besprechungsraum, der um 9 Uhr frisch wirkt und um 14 Uhr schwer, hat nicht die Temperatur gewechselt — er hat seinen Luftwechsel aufgebraucht. Mit einer Messreihe sehen Sie genau, wann die Kurve kippt: welcher Raum, welche Uhrzeit, welche Tage. Dann lautet die Diskussion „Das sind die drei Räume, in denen CO2 jeden Dienstag nach dem Mittag über 1.200 ppm steigt“ statt „Irgendjemand findet, hier sei es stickig“.
Grenzwerte: Wann ist CO2 zu hoch?
Die gebräuchlichsten Grenzwerte stammen aus EN 16798-1 (der europäischen Raumklimanorm, an der sich auch die nationalen Vorgaben orientieren). In der Praxis arbeitet man mit drei Zonen:
| Zone | CO2-Wert | Bedeutung |
|---|---|---|
| Grün | unter 800 ppm | Der Luftwechsel hält mit der Nutzung des Raums mit |
| Gelb | 800–1.200 ppm | Warnung — die Luft ist allmählich verbraucht |
| Rot | über 1.200 ppm | Der Luftwechsel ist unzureichend; reagieren Sie |
Dieselben Grenzwerte gelten für ein Großraumbüro und eine Schulklasse — aber nicht für jeden Raum. Deshalb arbeitet das Raumklima-Modul in RoomAlyzer mit Szenarien: 135 voreingestellte Sätze von Grenzwerten für Raumtypen vom Großraumbüro über die Kita bis zum Auditorium, jeder mit seiner Norm dahinter (EN 16798-1, ASR A3.6 u. a.). Sie weisen einem Sensor oder einem ganzen Standort unter ‚Administration → Grenzwerte‘ ein Szenario zu und von diesem Moment an wird alles im System — Dashboards, Diagramme, Karten und Berichte — grün, gelb oder rot nach genau den Grenzwerten eingefärbt, die für diesen Raum gelten. Passt keines der 135, legen Sie Ihr eigenes Szenario mit eigenen Zahlen an.

So sehen die Messungen im Alltag aus
Die Sensoren messen laufend und Sie entscheiden selbst, wie nah Sie dran sein wollen:
- Die Sensorliste zeigt Live-Werte für alle Räume in einer Hierarchie — ein Klick auf den CO2-Wert öffnet ein Schnelldiagramm für die letzten 24 Stunden.
- Das Dashboard fasst die Räume, die Sie im Blick behalten wollen, als Widgets zusammen: KPI-Zahlen, Diagramme, Heatmaps oder eine Top-10 der höchsten Werte im Moment. Es lässt sich über einen TV-Link auch auf einem Infobildschirm anzeigen.
- Die Diagramme zeichnen die CO2-Kurve über Tage oder Monate, mit den Zonen des Szenarios als farbigem Hintergrund, sodass eine Überschreitung sofort ins Auge fällt — und Sie können bis auf die einzelnen Messwerte heranzoomen, wenn Sie genau wissen wollen, wann die Kurve den Grenzwert passiert hat.
- Karte und Grundriss färben jeden Raum nach seinem aktuellen CO2-Wert, sodass sich ein ganzes Geschoss auf einen Blick ablesen lässt.
Und wenn Sie nicht selbst hinsehen wollen, müssen Sie es nicht: Benachrichtigungen schicken eine E-Mail oder SMS, sobald ein Raum seinen Grenzwert überschreitet — mit einer Empfindlichkeit, die Sie selbst steuern, damit aus einer einzelnen schweren Stunde kein Rauschen im Posteingang wird.
Von der Einzelmessung zum Muster
Interessant ist selten die einzelne Überschreitung — interessant ist das Muster. Hier nimmt Ihnen das System die Arbeit ab:
Abweichungen zeigen, welchen Anteil der Zeit jeder Raum über einen gewählten Zeitraum in der grünen, gelben und roten Zone liegt und welche Räume am schlechtesten abschneiden. Die Tagesverteilung verrät, ob das Problem jeden Nachmittag auftritt oder nur bei vollem Haus.
Die Lüftungserkennung dreht die Zahl um: Aus dem Abfall der CO2-Kurve berechnet das System automatisch, wann tatsächlich gelüftet wurde, wie lange und welchen Luftwechsel das gebracht hat — so sehen Sie, ob aus den guten Vorsätzen beim Lüften wirklich etwas wird.
Der KI-Assistent beantwortet das, was Sie sonst selbst heraussuchen müssten: „Wann am Tag ist CO2 am höchsten?“, „Gibt es einen Unterschied zwischen Werktag und Wochenende?“, „Vergleiche die Besprechungsräume im November“. Die Antworten stützen sich auf Ihre tatsächlichen Messwerte, nicht auf Vermutungen.
Dokumentation, wenn jemand fragt
Wenn die Sicherheitsbeauftragte, die Geschäftsleitung oder ein Elternteil nach der Luftqualität fragt, ist eine Messreihe besser als ein Protokoll. Der Standortbericht fasst alle Räume einer Adresse in einem PDF zusammen — jetzt abgerufen oder fest für jeden Montagmorgen geplant. Und wenn gegenüber einer Norm dokumentiert werden soll, gibt es eigene EPBD- und DGNB-Berichte, die die Messwerte den Komfortkategorien der EN 16798-1 gegenüberstellen.
Das ist der stille Gewinn des laufenden Messens: An dem Tag, an dem die Frage kommt, liegt die Antwort schon bereit.
Wenn Sie sehen möchten, wie die Zahlen mit Temperatur und Feuchte zusammenhängen, sind die drei Parameter im Artikel darüber, woraus das Raumklima besteht, erklärt. Und wenn es Ihnen um die Grenzwerte selbst geht, finden Sie Szenarien und Grenzwerte hier erklärt.





