Raumklima

Erzbistum Köln.Behält 200 Kirchen im Blick, mit einem Monatsbericht, den die Gemeinde selbst lesen kann.

Das Erzbistum Köln strebt bis zum Jahr 2030 Klimaneutralität an. Ein wichtiger Baustein dafür ist die Dekarbonisierung der Heizsysteme in Kirchen und Kapellen. Zugleich ist es eine zentrale Aufgabe des Bereichs Bau & Nachhaltigkeit, den Erhalt der Kirchen, Kapellen und Ausstattungsobjekte auch unter veränderten klimatischen, ökologischen und ökonomischen Bedingungen für kommende Generationen zu sichern.

Erzbistum Köln

Auf einen Blick

Modul
Raumklima
Kunde
Erzbistum Köln, Generalvikariat, Bereich Bau & Nachhaltigkeit, Fachbereich Kunstdenkmalpflege
Ansprechpartner
Jasper Völkert, Referent
Programm
EcoSacra Klimamonitoring
Umfang
200 ausgewählte Kirchen und Kapellen
Lösung
Sensorik, cloudbasierte Software und mobile App von IoT Fabrikken
Messpunkte je Kirche
Drei Sensoren (Altarraum, Orgel oder Empore, Nordseite außen); bei Bedarf zusätzliche Messpunkte
Datenübertragung
Mobilfunknetz (NB-IoT), eigene Stromversorgung, keine bauseitige Technik erforderlich
Installation
Dreiwöchige Vor-Ort-Phase im Raum Köln

Das Raumklima beeinflusst den Zustand und den Erhalt der kirchlichen Ausstattung entscheidend. Die kontinuierliche Aufzeichnung und Dokumentation des Raumklimas ist daher die Voraussetzung, um die klimatischen Verhältnisse fundiert zu bewerten und, falls erforderlich, frühzeitig geeignete Maßnahmen zur Stabilisierung des Raumklimas oder zum Schutz der Ausstattung einzuleiten.

Vor diesem Hintergrund hat der Bereich Bau & Nachhaltigkeit zunächst 200 ausgewählte Kirchen mit einem Klimamonitoringsystem ausgestattet. Die Herausforderung bestand darin, ein einheitliches und verlässliches Monitoring über 200 geografisch verteilte und vielfach denkmalgeschützte Gebäude hinweg umzusetzen (häufig ohne Internetanschluss und ohne Stromversorgung am Messpunkt) und die Daten zugleich so aufzubereiten, dass sowohl der Bereich Bau & Nachhaltigkeit als auch die Verantwortlichen vor Ort in den Kirchengemeinden sie nutzen können.

Gemeinsam mit IoT Fabrikken wurde das Klimamonitoring für EcoSacra umgesetzt. In jeder Kirche erfassen drei Sensoren Temperatur und relative Luftfeuchtigkeit an festgelegten Positionen, im Altarraum, an der Orgel bzw. der Empore sowie an der Nordseite außen. An besonders gefährdeter oder hoch denkmalwerter Ausstattung sowie in Sonderräumen (zum Beispiel Schatzkammer oder Sakristei) können zusätzliche Messpunkte ergänzt werden.

Die Sensoren übertragen ihre Daten über das Mobilfunknetz (NB-IoT) an eine zentrale Cloud und verfügen über eine eigene Stromversorgung. In der Kirche sind damit weder ein Internetanschluss noch zusätzliche bauseitige Installationen erforderlich, eine wichtige Voraussetzung gerade in denkmalgeschützten Gebäuden. Die Daten stehen über eine cloudbasierte Software und eine mobile App zur Verfügung; monatlich werden übersichtlich aufbereitete Raumklimaberichte bereitgestellt.

Die Zusammenarbeit im Überblick

  • Ausschreibung gewonnen. IoT Fabrikken wurde im Rahmen der Ausschreibung mit der Ausstattung der 200 Kirchen beauftragt.
  • Gemeinsame Planung. Der Rollout wurde gemeinsam mit dem Fachbereich Kunstdenkmalpflege geplant, von der Festlegung der Messpunkte bis zum Ablauf vor Ort.
  • Installation vor Ort. In einer dreiwöchigen Vor-Ort-Phase im Erzbistum Köln wurden die Sensoren gemeinsam mit dem Fachbereich Kunstdenkmalpflege installiert. Dank NB-IoT funktioniert die Datenübertragung zuverlässig auch in Krypten, Gewölben, hinter Altären und an Orgeln.
  • Zentrale Übersicht. Für das Erzbischöfliche Generalvikariat wurde eine maßgeschneiderte Übersicht in der Software entwickelt. Die Mitarbeitenden des Fachbereichs Kunstdenkmalpflege und Denkmalpflege finden die jeweils von ihnen betreuten Kirchen schnell wieder und erkennen auf einen Blick, wo das Raumklima stabil ist und wo Handlungsbedarf besteht.
  • KI-gestützter Monatsbericht. Speziell für EcoSacra wurde ein KI-gestützter Bericht entwickelt, der die Regeln und das konservatorische Fachwissen der Denkmalpflege mit einer automatisierten Auswertung verbindet. Jeder Standort erhält monatlich einen verständlich aufbereiteten Bericht mit Hinweisen und Empfehlungen, der auch ohne Fachkenntnisse verständlich ist.
  • Schulung und Onboarding. Für die zahlreichen Nutzerinnen und Nutzer vor Ort wurden Schulungsvideos erstellt; der Fachbereich Kunstdenkmalpflege und Baudenkmalpflege wurde im Rahmen eines Onboardings eingearbeitet.

Nutzen für das Erzbistum Köln

  • Zentraler Überblick. Ein einheitlicher, jederzeit verfügbarer Überblick über alle 200 Kirchen.
  • Frühzeitiges Erkennen. Kritische Bedingungen werden frühzeitig sichtbar, sodass sich Schäden an Ausstattung, Orgeln und Bausubstanz reduzieren oder vermeiden lassen.
  • Befähigung vor Ort. Verantwortliche können das Raumklima selbst verfolgen und mithilfe der monatlichen Berichte eigenständig beurteilen.
  • Geeignet für Denkmäler. Keine bauseitige Technik und kein Internetanschluss erforderlich, besonders geeignet für denkmalgeschützte Gebäude.
  • Skalierbar. Eine tragfähige Grundlage für die Ausweitung auf weitere Kirchen auf dem Weg zur Klimaneutralität 2030.

Konservierungsmonitoring: sechs Antworten darauf, ob das Klima der Sammlung schadet

Was sagt das Erzbistum Köln?

Von der ersten Testphase über die gemeinsame Installation vor Ort bis zur laufenden Betreuung war die Zusammenarbeit mit IoT Fabrikken durchweg professionell, verlässlich und lösungsorientiert. Besonders wertvoll sind für uns die zentrale Übersicht über alle Standorte sowie die verständlich aufbereiteten monatlichen Berichte, mit denen auch die Verantwortlichen vor Ort das Raumklima eigenständig beurteilen können.

Jasper Völkert, Referent, Erzbistum Köln, Generalvikariat, Bereich Bau & Nachhaltigkeit, Fachbereich Kunstdenkmalpflege

Möchten Sie mehr erfahren?

Melden Sie sich – wir sprechen jederzeit gern über Raumklima und Space management für Ihre Gebäude.

Partner von Deutscher MuseumsbundZIA Innovation 2026